Materialien zum Nationalsozialismus
Vermögensentzug, Rückstellung und Entschädigung in Österreich

Vermögensanmeldungen von Juden

Die jeweilige Bezirkshauptmannschaft leitete die ausgefüllten Formulare an die am 20.5.1938 geschaffene "Dienststelle für den Vermögensverkehr" bei der Landeshauptmannschaft Niederösterreich weiter, ab 20.11.1939 wurde die ArisierungArisierung ist jede Art des Entzugs von Vermögen von Personen, die im Sinne der Nürnberger (Rasse-)Gesetze als Juden galten. Arisierungen verliefen sowohl in (auch den NS-Gesetzen zuwider laufender) "wilder" als auch in (den NS-Gesetzen entsprechender) pseudo-legaler Form in NiederdonauNS-Verwaltungseinheit, die das heutige Bundesland Niederösterreich sowie das nördliche Burgenland (Bezirke Neusiedl, Eisenstadt, Mattersburg und Oberpullendorf) sowie ab 1939 die Bezirke Südmährens (Nikolsburg, Znaim und Neubistritz) umfasste. dem ReichsstatthalterStändiger Vertreter der Reichsregierung in einer Region. Im ehemaligen Österreich waren die Reichsstatthalter in Personalunion Gauleiter (Gau) übertragen, ab Frühjahr 1940 war das Sonderdezernat IV d-8 zuständig. Der BestandSammlung von Aktenmaterial, das üblicherweise von einer Behörde produziert und später einem Archiv übergeben wurde umfasst Vermögensanmeldungen (vgl. RGBl I 1938, S. 414) von knapp über 3.000 Personen.
Die Akten bestehen aus VA-Formularen, denen vielfach Zusatzblätter mit Angaben zu den Vermögensmeldungen, Schuldner- und Gläubigerverzeichnisse, Meldungen über Veränderungen des angemeldeten Vermögens und Angaben zum Aufenthaltsort nach der Vertreibung etc. beigegeben sind. Im Bestand sind neben VAVermögensanmeldung aus Niederösterreich auch solche aus den südmährischen Landkreisen von Niederdonau (Neubistritz, Znaim, Nikolsburg), ehemaligen niederösterreichischen Gemeinden in Groß-WienNach dem "Anschluss" wurden große Gebiete rund um Wien in das Gemeindegebiet der Stadt eingegliedert. Die Stadt bestand in der Folge aus 26 Bezirken (vgl. RGBl I 1938, S. 1333). Im Jahr 1954 wurde Wien im Wesentlichen in den Grenzen von 1937 wiederhergestellt (vgl. BGBl Nr. 110/1954) sowie aus Brünn und Prag enthalten. Dafür gibt es kaum Akten aus den nordburgenländischen Landkreisen. Hinweise auf Vermögensanmeldungen aus Niederösterreich finden sich auch in diesen Findbehelfen: Recht als Unrecht [Publikation]
Recht als Unrecht [elektronischer Findbehelf, Excel-Datei]
Recht als Unrecht [elektronischer Findbehelf, Access-Datei].

Standort:Niederösterreichisches Landesarchiv (NÖLA)
Provenienz:Landeshauptmannschaft NiederdonauNS-Verwaltungseinheit, die das heutige Bundesland Niederösterreich sowie das nördliche Burgenland (Bezirke Neusiedl, Eisenstadt, Mattersburg und Oberpullendorf) sowie ab 1939 die Bezirke Südmährens (Nikolsburg, Znaim und Neubistritz) umfasste., Landesamt II/6 – Dienststelle für den Vermögensverkehr (1938–1940)
Der ReichsstatthalterStändiger Vertreter der Reichsregierung in einer Region. Im ehemaligen Österreich waren die Reichsstatthalter in Personalunion Gauleiter (Gau) in Niederdonau, Sonderdezernat IV d-8 (1940–1945)
Träger:Flachware/Original
Umfang:3.000 Personen-Akten
Zeitraum: 1938–1941
Ordnung:alphabetisch
Details zur Ordnung:Ordnung nach Namen der Anmeldenden
Benützungsbeschränkungen:Datenschutz
Details zur Benützungsbeschränkung:Einsichtnahme nach Erlaubnis durch die Direktion des NÖLA
Anmerkungen:Die 3.000 Personenakten füllen insgesamt 30 Kartons.

Hilfsmittel für die Suche im Bestand (Findbehelf):


Ansprechperson(en):
  • Eminger Stefan, Dr.
    stefan.eminger@noel.gv.at, ++43 (0)2742 9005-13984