Materialien zum Nationalsozialismus
Vermögensentzug, Rückstellung und Entschädigung in Österreich

AKL, Landesamtsdirektion

Der BestandSammlung von Aktenmaterial, das üblicherweise von einer Behörde produziert und später einem Archiv übergeben wurde enthält sämtliche erhalten gebliebenen Akten der Landesamtsdirektion aus den Jahren 1945–1955, darüber hinaus aber auch Akten bzw. Handschriften, die bis in die 1980er Jahre reichen oder aus den 1930er Jahren stammen, wie z.B. Akten aus dem Besitz des ehemaligen Gauleiters Rainer (HS 14: Gemeinsame Erinnerungen aus VerbotszeitNS-Bezeichnung für die Zeit des Verbots der NSDAP während des Ständestaates vom 19.6.1933 bis zum 12.2.1938 1934–1938. Fotos, Akten- und Pressereproduktionen von Norbert an Bruder Friedrich Rainer 1943 überreicht). Vor allem enthält der Bestand jedoch die Sitzungsprotokolle der Kärntner Landesregierung von 1945–1960 und die "Tagebücher der Landesregierung" 1945–1959 sowie Akten zu WiedergutmachungWiedergutmachung in der NS-Zeit umfasste alle Formen der Entschädigung, mit welcher österreichische illegale Nationalsozialisten nach dem "Anschluss" bedacht wurden. Wiedergutmachung nach 1945 umfasste alle Formen der Entschädigung für Opfer des Nationalsozialismus, die die Republik Österreich gewährte und RestitutionDer englische Begriff "Restitution" für Rückstellung bürgerte sich seit den 1990er Jahren auch im deutschen Sprachraum ein, EntnazifizierungAuf der Potsdamer Konferenz wurde von den Alliierten (USA, Großbritannien, Frankreich, UdSSR) beschlossen, dass die deutsche und österreichische Gesellschaft, Kultur, Presse, Ökonomie, Jurisdiktion und Politik im Rahmen einer umfassenden Demokratisierung und Entmilitarisierung von allen Einflüssen des Nationalsozialismus gereinigt werden sollten. Von der Entnazifizierung betroffene Personen wurden in fünf Kategorien eingeteilt: 1. Hauptschuldige (Kriegsverbrecher), 2. Belastete (Aktivisten, Militaristen, Nutznießer), 3. Minderbelastete, 4. Mitläufer, 5. Entlastete (Verbotsgesetz, Kriegsverbrechergesetz) , zu "Militärliquidierung, Bergeamt und Vermögensverwaltung" sowie dem "Reichsleistungsgesetz", Staatsbürgerschaft, Deutsches EigentumGemäß einem Beschluss der Potsdamer Konferenz vom 1.8.1945 konnten die Besatzungsmächte das in ihren Zonen befindliche Eigentum des ehemaligen Deutschen Reiches oder deutscher Staatsbürger beanspruchen. Während die Westmächte das Deutsche Eigentum der Republik Österreich überließen, nahm die Sowjetunion es voll in Anspruch. Davon waren nicht nur die gesamte Erdölindustrie und die Donaudampfschifffahrtsgesellschaft, sondern auch 10% der Industriekapazität, mehr als 150.000 ha Grundbesitz sowie Gewerbe- und Handelsbetriebe betroffen. In Österreich wurde die Frage des Deutschen Eigentums mit dem Staatsvertrag von Wien geregelt.

Standort:Kärntner Landesarchiv (KLA)
Provenienz:Kärntner Landesregierung, Landesamtsdirektion
Träger:Flachware/Original
Umfang:14 Handschriften, 26 Kartons
Zeitraum: 1930–1989
Ordnung:numerisch
Details zur Ordnung:Ordnung unterschiedlich je nach Bestandsteil: "Unprotokollierte Akten": nach Materien; "Protokollierten Akten": nach Zahlen
Benützungsbeschränkungen:Datenschutz
Details zur Benützungsbeschränkung:Personenbezogene Akten unterliegen dem Datenschutzgesetz.

Hilfsmittel für die Suche im Bestand (Findbehelf):


Ansprechperson(en):
  • Wadl Wilhelm, Dr., MAS
    ++43 (0)463 56234-14